Werden Sie Mitglied

Keine Alterslimite!

im Verein Senioren-Universität und Senioren-Volkshochschule Luzern.
Beitrag Fr. 40.- / Kalenderjahr.
Jetzt anmelden!

Angebote

Russland 1917 Februar- und Oktoberrevolution:
Realitäten und Mythen

Zum Thema:
Das riesige Zarenreich war rückständig trotz einiger Fortschritte (späte, aber rasche Industrialisierung, Eisenbahnbau, Urbanisierung). Der Erste Weltkrieg brach dem Reich und der zaristischen Autokratie das Rückgrat.

Der Winter 1916/17 war sehr kalt, das Verkehrssystem brach zusammen, Mehl und Treibstoffe fehlten, Fabriken wurden geschlossen. Gegen Ende Februar 1917 kam es in Petrograd zu immer grösseren Demonstrationen und Streiks. «Nieder mit dem Zaren» und «Nieder mit dem Krieg» hiess es. Zar Nikolaus II. dankte ab. Die Monarchie und ihr institutioneller Unterbau (Bürokratie, Polizei, Heeresleitung und orthodoxe Kirche) waren tot. Eine liberal-sozialdemokratische Provisorische Regierung wurde gebildet. Ihre Macht war begrenzt durch Arbeiter- und Soldatenräte (Sowjets).

Am 3. April traf Lenin aus der Schweiz kommend in Petrograd ein. Er dachte bereits an eine zweite, von ihm geführte Revolution nach (Aprilthesen). Ministerpräsident Kerenskis Versuch einer politischen und militärischen Offensive scheiterte. Lenin erzwang Ende Oktober den bewaffneten Aufstand. Es war ein Putsch, weitgehend unbemerkt von der grossen Mehrheit der Einwohner Petrograds, und nicht ein heldenhafter Sturm auf das Winterpalais, wie es Eisenstein in seinem Propagandafilm „Oktober“ später darstellte. Die Wahl einer Verfas- sunggebenden Versammlung gab es zwar noch, endete mit einer bolschewistischen Niederlage und einem Sieg der Sozialrevolutionäre, doch trieben die Roten Garden die Versammlung auseinander.

Russlands Versuch einer liberalen und demokratischen Staatsform war bis zum späten Gorbatschow und frühen Jelzin tot. Nicht Wenige, vor allem auch (westliche) Intellektuelle, glorifizierten die Oktoberrevolution, tatsächlich war sie Ausgangspunkt einer Parteidiktatur, eines absurden Wirtschaftssystems und der Zerstö- rung eines selbständigen Bauerntums, von Hungersnöten, Terror und Gulag. 

Zum Dozenten:
Dr. phil. Kurt Büchi war Lehrer für Geschichte und Kunstgeschichte am Seminar Musegg Luzern und Dozent für Zeitgeschichte am Schweizerischen Institut für Berufspädagogik Bern / Zollikofen.

Ort: Schweizerhofquai 2, Luzern

Daten:

Jeweils Mittwoch, 16.00 bis 17.30 Uhr
31. Mai, 7., 14., 21., 28. Juni 2017

Kosten: 5 Seminare: Fr. 165.– 

Anmeldefrist:


Mittwoch, 17. Mai 2017
Kurs Nr.: SE1232
Telefon 041 410 22 71, Anmeldung