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Weshalb empfinden wir Menschen aus anderen Kulturen als Bedrohung? Die Rolle von Kultur, Religion und Tod.

Zum Thema:
Kultur und ethnisches Bewusstsein sind in unserer Zeit zu Schlüsselkategorien für politische Mobilisierung geworden. Warum ist die vermeintliche oder tatsächliche Bedrohung durch Menschen aus anderen Kulturkreisen zu einem Politikum von so großer Sprengkraft geworden? Weshalb lassen sich Millionen von Menschen mobilisieren, um ihre Kultur, Religion oder Ideologie u.U. sogar unter Einsatz ihres Lebens zu verteidigen? Kultur ist nämlich nicht nur ein durch Menschen erschaffener Teil der sozialen Umwelt, sondern sie ist auch eine Ressource zur  Sinnstiftung. Insbesondere Religionen, die im Zentrum vieler Kulturen stehen, haben diese Aufgabe.

Der Sozialanthropologe Ernest Becker hat aufgezeigt, dass der Glaube an die Richtigkeit der eigenen kulturellen Weltsicht Menschen hilft, die Angst vor ihrer Sterblichkeit zu lindern. Nach Beckers Sicht vermindern Kultur und Religion die Bewusstheit des eignen Todes indem sie die Welt mit Bedeutung, Ordnung und Kontinuität erfüllen. Kultur ist in diesem Sinne eine Quelle für Sinnstifung, sozusagen die Brücke vom Leben zum Tod. Werden die eigenen kulturellen Standards bedroht, dann kommt es zu einer Abwertung oder Ausgrenzung von Menschen aus anderen Kulturen bzw. Religionen.

Auf der Basis der Arbeiten von Ernest Becker haben die Sozialpsychologen Solomon, Greenberg und Psyzczynski einen neuartigen Ansatz, die sog. «Terror Management Theorie» entwickelt und empirisch gezeigt, welche Rolle Todesangst bei der Konfrontation mit anderen kulturellen Weltsichten spielt. Diese Arbeiten stehen im Mittelpunkt des Seminars.

Literatur: Solomon, S., Greenberg, J., & Psyzczynski, T. (2015). Der Wurm in unserem Herzen. Wie das Wissen um die Sterblichkeit unsere Leben beeinflusst.

Zum Dozenten:
Professor Günter Bierbrauer, Ph.D., hat Psychologie u.a. an der Stanford University studiert und war Professor an einer Reihe von in- und  ausländischen Universitäten. Seit 2006 ist er Gastprofessor für Konfliktmanagement und Rechtspsychologie an der Juristischen Fakultät der Universität Luzern. Seine Forschungsgebiete sind Rechts- psychologie, Konfliktmanagement und Kulturvergleich.

Ort: Schweizerhofquai 2, Luzern
Daten:

Jeweils Mittwoch, 14.00 bis 15.30 Uhr
8., 22. März, 5. April, 3., 17. Mai 2017

Kosten: 5 Seminare: Fr. 150.-- 
Anmeldefrist:

Mittwoch, 22. Februar 2017
Seminar Nr. SE1252

Telefon 041 410 22 71, Anmeldung