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«Im Namen Gottes des Allmächtigen»
Karl Barth im Netz der Zensur

Zum Thema:
Der Schweizer Theologe Karl Barth nahm ab 1933 das zwinglianische Postulat des politischen Wächteramtes der Kirche sehr ernst. Er war der Meinung, keine Macht und auch die Neutralität dürfe die Freiheit der persönlichen Meinungsäusserung nicht einschränken. Seine grundsätzliche Opposition gegen den Nationalsozialismus und insbesondere gegen den «kranken Mann» Adolf Hitler hatte ihn schon im Herbst 1934 die Professur in Bonn gekostet.

Drei Vorträge 1940 und 1941, in denen er ohne neutrale Leisetreterei zum totalen Widerstand gegen dieses System «der bewussten Lüge, des absichtlichen Unrechts, der grundsätzlichen Menschenverachtung und Menschenvergewaltigung» aufrief, brachten ihn ins Netz der eidgenössischen Zensur. Der dritte Vortrag zur 650-Jahrfeier der Eidgenossenschaft mit dem Titel der Präambel der Bundesverfassung: «Im Namen Gottes des Allmächtigen» war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Der Text wurde verboten und die bereits verteilten Exemplare eingezogen.
Dieses Thema bietet die Grundlage, um über die Neutralität im Zweiten Weltkrieg und über einen wichtigen Theologen nachzudenken.

Literatur: Eberhard Busch: Die Akte Karl Barth. Zensur und Überwachung im Namen der Schweizer Neutralität 1938–1945, TVZ, Zürich 2008; Christiane Tietz: Karl Barth. Ein Leben im Widerspruch, Beck, München 2018.

 
Zum Dozenten:
PD Dr. phil. Hans Rudolf Fuhrer, Militärhistoriker, war bis zum Sommersemester 2006 Dozent für Militärgeschichte MILAK/ETHZ und Privatdozent an der Universität Zürich. Seither Vorträge, Seminare und Publikationen.


 
 
Ort: Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, Luzern
Datum: Montag, 9. März 2020, 16.15 Uhr
Kosten:


Fr. 12.— für Vereinsmitglieder
Fr. 18.— für Nichtmitglieder
vergünstigter Eintritt mit Vortragsabonnement